Ergotherapeutische Fachbereiche

Das Leitbild – Das aktive Handeln und Tätigsein wird in der Ergotherapie als ein menschliches Grundbedürfnis verstanden. Der therapeutische Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass die selbstbestimmte Ausführung sinnvoller und alltäglicher Betätigungen eine wesentliche Grundlage für das Wohlbefinden bildet. In meiner fachlichen Begleitung orientiere ich mich daran, diese Alltagsaktivitäten so zu fördern, dass sie zu einem bestmöglichen Erhalt der individuellen Lebensqualität beitragen können.
Der Fokus der Behandlung – Mein Ziel liegt darin, die Handlungsfähigkeit in den Bereichen zu unterstützen, die für den Alltag von persönlicher Bedeutung sind. Hierbei richte ich den Schwerpunkt auf das Erarbeiten individueller Strategien sowie den Einsatz gezielter Methoden, was zu einer selbstständigeren Lebensführung beitragen soll.
Der therapeutische Weg – Als fundierte, handlungsorientierte Wissenschaft bietet die Ergotherapie den Rahmen, um die Alltagsgestaltung so zu begleiten, dass persönliche Ziele aktiv verfolgt werden können. Ich richte den Blick dabei stets auf die vorhandenen Potenziale und Möglichkeiten, um gemeinsam praxisnahe Lösungen für das tägliche Leben zu erarbeiten.
Meine systemische Haltung innerhalb der Ergotherapie
Ein erweiterter Blick auf den Alltag – Neben meiner langjährigen Tätigkeit als Ergotherapeutin befinde ich mich aktuell in der fortgeschrittenen Weiterbildung zur Systemischen Beraterin und Therapeutin. Diese zusätzliche Qualifikation prägt meine therapeutische Grundhaltung tiefgreifend und erweitert den klassischen ergotherapeutischen Ansatz maßgeblich. Ich betrachte gesundheitliche Herausforderungen nicht isoliert, sondern beziehe das gesamte Umfeld – die Familie, das soziale Netz und die Lebenswelt – in die Betrachtung mit ein. Diese ganzheitliche, systemische Sichtweise fließt als fester Bestandteil in alle meine ergotherapeutischen Behandlungsbereiche ein:
Gemeinsame Lösungen finden: Auch in der Einzelsitzung schauen wir nicht nur auf die Erkrankung, sondern beziehen die Stärken Ihres gesamten Umfelds gedanklich mit ein. Dies hilft dabei, neue Perspektiven einzunehmen, festgefahrene Situationen im Alltag zu lösen und die Kommunikation mit Ihren Mitmenschen zu verbessern.
Unterstützung für Angehörige: Eine schwere Erkrankung betrifft nie nur eine Person. Die systemische Begleitung bietet Angehörigen einen geschützten Raum, um Entlastung zu finden und neue Kraft für die Pflege und Begleitung zu schöpfen.
Entwicklung im Familiengefüge: In der pädiatrischen Begleitung stehen das Kind und seine Eltern gleichermaßen im Fokus. Die systemische Haltung hilft dabei, familiäre Dynamiken zu verstehen, die Elternkompetenz zu stärken und gemeinsam alltagstaugliche Lösungswege zu entwickeln, die den Familienalltag spürbar entlasten.
Abschied & Trauer: In der palliativen Phase sowie nach einem Verlust bietet dieser Ansatz Halt. Er unterstützt Familien dabei, Abschied zu nehmen, Trauer zuzulassen und gemeinsam einen Weg zu finden, mit dem Erlebten umzugehen.
Ergotherapeutische Leistungen
Neurologie & Intensivmedizin
Eine spezialisierte ergotherapeutische Begleitung nach Erkrankungen des Nervensystems (wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multipler Sklerose, ALS u.a.) sowie im intensivmedizinischen Bereich.
- Förderung der Handlungsfähigkeit: Alltagsnahes Training von Koordination, Kraft und Bewegungsabläufen mit dem Ziel, die Selbstständigkeit im Alltag bestmöglich zu unterstützen.
- Kognitives & sensorisches Training: Gezielte Übungen zur Förderung von Konzentration, Gedächtnis und der sensorischen Integration zur verbesserten Reizverarbeitung.
- Frühmobilisation in der Intensivmedizin: Frühzeitige therapeutische Impulse zur Vermeidung von Folgeschäden (wie Kontrakturen) und zur Unterstützung der körpereigenen Regeneration von Beginn an.
Geriatrie
Eine gezielte ergotherapeutische Unterstützung im hohen Alter, die darauf ausgerichtet ist, ein selbstbestimmtes und sicheres Leben im eigenen Zuhause bestmöglich zu erhalten.
- Erhalt der Mobilität & Feinmotorik: Alltagsnahes Training von Bewegungsabläufen und Koordination zur Förderung der körperlichen Selbstständigkeit.
- Kognitives Training: Gezielte Übungen zur Unterstützung der Gedächtnisleistung und mentalen Fitness im Alltag.
- Sturzprophylaxe: Individuelle Maßnahmen und Beratung, um das Sturzrisiko zu minimieren und die Sicherheit in der eigenen Umgebung zu erhöhen.
- Wohnraum- & Hilfsmittelanpassung: Fachliche Beratung bei der Auswahl von Hilfsmitteln und der optimalen Gestaltung des Wohnumfelds.
Psychiatrie & Psychosomatik
Eine fachliche ergotherapeutische Unterstützung bei seelischen Belastungen oder psychischen Erkrankungen, die den Alltag sowie die Lebensqualität einschränken.
- Stabilisierung & Ressourcenförderung: Gemeinsames Erarbeiten von Strategien zur Stärkung der emotionalen Belastbarkeit und zur Bewältigung von Krisensituationen.
- Tagesstrukturierung: Unterstützung beim Aufbau und Erhalt einer verlässlichen, alltagsnahen Routine zur Förderung von Eigenständigkeit und Antrieb.
- Teilhabe im Alltag: Gezielte Vorbereitung und Begleitung bei der schrittweisen Rückkehr in das soziale Umfeld oder das berufliche Leben.
- Handlungsplanung & Konzentration: Training von kognitiven Fähigkeiten und der Selbstorganisation für eine strukturierte Bewältigung täglicher Aufgaben.
Pädiatrie
Eine ganzheitliche pädiatrische Ergotherapie, die sich konsequent an den individuellen Stärken des Kindes orientiert, um eine selbstständige Teilhabe in Familie, Kindergarten und Schule bestmöglich zu unterstützen.
- Motorische Förderung: Spielerische Angebote zur Stärkung der Grob-, Fein- und Graphomotorik für mehr Sicherheit bei alltäglichen Aktivitäten und beim Schreiben.
- Wahrnehmung & Konzentration: Unterstützung der Wahrnehmungsverarbeitung als Basis für ein emotionales Gleichgewicht, die Aufmerksamkeit und eine strukturierte Handlungsplanung.
- Stärkung des Selbstvertrauens: Gezielte Begleitung bei täglichen Verrichtungen, um die Eigenständigkeit im Alltag zu fördern und das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen.
- Systemische Beratung des Umfelds: Enge Zusammenarbeit mit Eltern und Pädagogen, um alltagstaugliche Lösungen zu entwickeln und therapeutische Impulse harmonisch in den Alltag zu integrieren.
Onkologie
Eine begleitende ergotherapeutische Unterstützung während und nach einer Krebstherapie zur Bewältigung körperlicher, kognitiver und emotionaler Folgen der Erkrankung oder Behandlung.
- Energiemanagement bei Fatigue: Gemeinsames Erarbeiten von alltagstauglichen Strategien bei chronischer Erschöpfung, um die eigenen Kräfte gezielt einzuteilen und die Lebensqualität zu stärken.
- Kognitives Training: Gezielte Übungen bei krankheits- oder behandlungsbedingten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zur besseren Bewältigung des Alltags.
- Sensibilitätstraining: Therapeutische Angebote zur Minderung von Beschwerden bei Nervenschädigungen (wie Polyneuropathien) nach einer Chemotherapie.
- Alltagsanpassung: Unterstützung beim Wiedererlangen der Selbstständigkeit und Beratung zu entlastenden Hilfsmitteln für den Alltag.
Palliative Begleitung
Eine würdevolle und ganzheitliche ergotherapeutische Unterstützung, die bereits ab der Diagnosestellung einer schwerwiegenden Erkrankung ansetzen kann, um Betroffene und ihr Umfeld in dieser sensiblen Lebensphase zu begleiten.
- Vorausschauende Alltagsanpassung: Gemeinsames Erarbeiten von Strategien, um die Lebensqualität frühzeitig zu stabilisieren und den Alltag flexibel an veränderte Bedingungen anzupassen.
- Förderung des Wohlbefindens: Einsatz von Konzepten wie der Basalen Stimulation sowie eine bedürfnisorientierte Umfeldgestaltung, um die Körperwahrnehmung positiv zu unterstützen und Entlastung zu bieten.
- Erhalt von Würde & Sicherheit: Begleitung über die verschiedenen Phasen der Erkrankung hinweg mit dem Ziel, größtmögliche Selbstbestimmung und Sicherheit im gewohnten häuslichen Umfeld zu wahren.
- Systemische Entlastung: Einbezug und Beratung von Angehörigen, um im gemeinsamen Miteinander Räume für Entlastung, Abschied und Halt zu schaffen.
Rheumatologie
Eine gezielte ergotherapeutische Begleitung bei chronisch-entzündlichen oder degenerativen Gelenkerkrankungen, die darauf ausgerichtet ist, die Selbstständigkeit bei täglichen Aktivitäten bestmöglich zu sichern.
- Gelenkschutztraining: Vermittlung von gelenkschonenden Bewegungsabläufen für den Alltag, um Fehlbelastungen entgegenzuwirken und das Risiko für Entzündungsschübe zu minimieren.
- Individuelle Hilfsmittelberatung: Fachliche Unterstützung bei der Auswahl und dem Einsatz spezieller Alltagshilfen, die zu einer spürbaren Kraftentlastung der Gelenke beitragen.
- Funktionelles Training & Thermische Anwendungen: Gezielte Übungen zur Unterstützung der Beweglichkeit sowie der Einsatz von Wärme- oder Kälteanwendungen zur Begleitung des Schmerzmanagements.
- Erhalt der Lebensqualität: Gemeinsames Erarbeiten von Strategien, um die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben trotz chronischer Beschwerden zu fördern.
Traumatologie
Eine funktionelle ergotherapeutische Begleitung nach Verletzungen oder Operationen des Stütz- und Bewegungsapparates, die darauf ausgerichtet ist, die Handlungsfähigkeit im Alltag und Beruf bestmöglich zu unterstützen.
- Funktionelle Mobilisation: Gezieltes Training von Kraft, Koordination und Geschicklichkeit (insbesondere nach Frakturen, Sehnen- oder Nervenverletzungen) zur Förderung der Beweglichkeit.
- Gewebe- & Schmerzmanagement: Fachliche Maßnahmen zur Narbenbehandlung, sensorisches Training sowie der Einsatz thermischer Anwendungen zur Begleitung der Schmerzlinderung.
- Alltagstraining (ADL): Alltagsnahes Training praktischer Verrichtungen, um die Selbstständigkeit in Freizeit und Beruf strukturiert wiederzuerlangen.
- Ergonomische Beratung: Individuelle Unterstützung bei der Auswahl von Hilfsmitteln sowie Beratung zu ergonomischen Anpassungen im häuslichen und beruflichen Umfeld zur Vermeidung von Fehlbelastungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den Fachbereichen
Allgemeine Fragen
1. Neurologie & Intensivmedizin
Das zentrale Ziel ist die Wiedererlangung oder der Erhalt der größtmöglichen Selbstständigkeit im Alltag. Nach einem Schlaganfall oder bei Diagnosen wie Parkinson oder Multipler Sklerose werden gezielt verloren gegangene Fähigkeiten trainiert. Durch das Prinzip der Neuroplastizität – der Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu strukturieren – können Bewegungsabläufe, Koordination und kognitive Funktionen verbessert oder kompensiert werden.
2. Geriatrie
3. Psychiatrie & Psychosomatik
4. Pädiatrie
5. Onkologie
6. Palliative Begleitung
7. Rheumatologie
8. Traumatologie
Behandlungsorte & Erreichbarkeit
Die therapeutischen Leistungen werden in den Praxisräumen in Ilsede erbracht.
Bei Vorliegen einer ärztlichen Hausbesuchsverordnung findet die Behandlung direkt im persönlichen Lebensumfeld in Peine, Ilsede und Umgebung statt. Dies ermöglicht es, therapeutische Fortschritte und Hilfsmittel direkt dort zu integrieren, wo sie im Alltag benötigt werden.