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Ergotherapeutische Fachbereiche

Das Leitbild – Das aktive Handeln und Tätigsein wird in der Ergotherapie als ein menschliches Grundbedürfnis verstanden. Der therapeutische Ansatz basiert auf der Überzeugung, dass die selbstbestimmte Ausführung sinnvoller und alltäglicher Betätigungen eine wesentliche Grundlage für das Wohlbefinden bildet. In meiner fachlichen Begleitung orientiere ich mich daran, diese Alltagsaktivitäten so zu fördern, dass sie zu einem bestmöglichen Erhalt der individuellen Lebensqualität beitragen können.

Der Fokus der Behandlung – Mein Ziel liegt darin, die Handlungsfähigkeit in den Bereichen zu unterstützen, die für den Alltag von persönlicher Bedeutung sind. Hierbei richte ich den Schwerpunkt auf das Erarbeiten individueller Strategien sowie den Einsatz gezielter Methoden, was zu einer selbstständigeren Lebensführung beitragen soll.

Der therapeutische Weg – Als fundierte, handlungsorientierte Wissenschaft bietet die Ergotherapie den Rahmen, um die Alltagsgestaltung so zu begleiten, dass persönliche Ziele aktiv verfolgt werden können. Ich richte den Blick dabei stets auf die vorhandenen Potenziale und Möglichkeiten, um gemeinsam praxisnahe Lösungen für das tägliche Leben zu erarbeiten.

Meine systemische Haltung innerhalb der Ergotherapie

Ein erweiterter Blick auf den Alltag – Neben meiner langjährigen Tätigkeit als Ergotherapeutin befinde ich mich aktuell in der fortgeschrittenen Weiterbildung zur Systemischen Beraterin und Therapeutin. Diese zusätzliche Qualifikation prägt meine therapeutische Grundhaltung tiefgreifend und erweitert den klassischen ergotherapeutischen Ansatz maßgeblich. Ich betrachte gesundheitliche Herausforderungen nicht isoliert, sondern beziehe das gesamte Umfeld – die Familie, das soziale Netz und die Lebenswelt – in die Betrachtung mit ein. Diese ganzheitliche, systemische Sichtweise fließt als fester Bestandteil in alle meine ergotherapeutischen Behandlungsbereiche ein:

Gemeinsame Lösungen finden: Auch in der Einzelsitzung schauen wir nicht nur auf die Erkrankung, sondern beziehen die Stärken Ihres gesamten Umfelds gedanklich mit ein. Dies hilft dabei, neue Perspektiven einzunehmen, festgefahrene Situationen im Alltag zu lösen und die Kommunikation mit Ihren Mitmenschen zu verbessern.

Unterstützung für Angehörige: Eine schwere Erkrankung betrifft nie nur eine Person. Die systemische Begleitung bietet Angehörigen einen geschützten Raum, um Entlastung zu finden und neue Kraft für die Pflege und Begleitung zu schöpfen.

Entwicklung im Familiengefüge: In der pädiatrischen Begleitung stehen das Kind und seine Eltern gleichermaßen im Fokus. Die systemische Haltung hilft dabei, familiäre Dynamiken zu verstehen, die Elternkompetenz zu stärken und gemeinsam alltagstaugliche Lösungswege zu entwickeln, die den Familienalltag spürbar entlasten.

Abschied & Trauer: In der palliativen Phase sowie nach einem Verlust bietet dieser Ansatz Halt. Er unterstützt Familien dabei, Abschied zu nehmen, Trauer zuzulassen und gemeinsam einen Weg zu finden, mit dem Erlebten umzugehen.

Ergotherapeutische Leistungen

01

Neurologie & Intensivmedizin

Eine spezialisierte ergotherapeutische Begleitung nach Erkrankungen des Nervensystems (wie Schlaganfall, Morbus Parkinson, Multipler Sklerose, ALS u.a.) sowie im intensivmedizinischen Bereich.

  • Förderung der Handlungsfähigkeit: Alltagsnahes Training von Koordination, Kraft und Bewegungsabläufen mit dem Ziel, die Selbstständigkeit im Alltag bestmöglich zu unterstützen.
  • Kognitives & sensorisches Training: Gezielte Übungen zur Förderung von Konzentration, Gedächtnis und der sensorischen Integration zur verbesserten Reizverarbeitung.
  • Frühmobilisation in der Intensivmedizin: Frühzeitige therapeutische Impulse zur Vermeidung von Folgeschäden (wie Kontrakturen) und zur Unterstützung der körpereigenen Regeneration von Beginn an.
02

Geriatrie

Eine gezielte ergotherapeutische Unterstützung im hohen Alter, die darauf ausgerichtet ist, ein selbstbestimmtes und sicheres Leben im eigenen Zuhause bestmöglich zu erhalten.

  • Erhalt der Mobilität & Feinmotorik: Alltagsnahes Training von Bewegungsabläufen und Koordination zur Förderung der körperlichen Selbstständigkeit.
  • Kognitives Training: Gezielte Übungen zur Unterstützung der Gedächtnisleistung und mentalen Fitness im Alltag.
  • Sturzprophylaxe: Individuelle Maßnahmen und Beratung, um das Sturzrisiko zu minimieren und die Sicherheit in der eigenen Umgebung zu erhöhen.
  • Wohnraum- & Hilfsmittelanpassung: Fachliche Beratung bei der Auswahl von Hilfsmitteln und der optimalen Gestaltung des Wohnumfelds.
03

Psychiatrie & Psychosomatik

Eine fachliche ergotherapeutische Unterstützung bei seelischen Belastungen oder psychischen Erkrankungen, die den Alltag sowie die Lebensqualität einschränken.

  • Stabilisierung & Ressourcenförderung: Gemeinsames Erarbeiten von Strategien zur Stärkung der emotionalen Belastbarkeit und zur Bewältigung von Krisensituationen.
  • Tagesstrukturierung: Unterstützung beim Aufbau und Erhalt einer verlässlichen, alltagsnahen Routine zur Förderung von Eigenständigkeit und Antrieb.
  • Teilhabe im Alltag: Gezielte Vorbereitung und Begleitung bei der schrittweisen Rückkehr in das soziale Umfeld oder das berufliche Leben.
  • Handlungsplanung & Konzentration: Training von kognitiven Fähigkeiten und der Selbstorganisation für eine strukturierte Bewältigung täglicher Aufgaben.
04

Pädiatrie

Eine ganzheitliche pädiatrische Ergotherapie, die sich konsequent an den individuellen Stärken des Kindes orientiert, um eine selbstständige Teilhabe in Familie, Kindergarten und Schule bestmöglich zu unterstützen.

  • Motorische Förderung: Spielerische Angebote zur Stärkung der Grob-, Fein- und Graphomotorik für mehr Sicherheit bei alltäglichen Aktivitäten und beim Schreiben.
  • Wahrnehmung & Konzentration: Unterstützung der Wahrnehmungsverarbeitung als Basis für ein emotionales Gleichgewicht, die Aufmerksamkeit und eine strukturierte Handlungsplanung.
  • Stärkung des Selbstvertrauens: Gezielte Begleitung bei täglichen Verrichtungen, um die Eigenständigkeit im Alltag zu fördern und das Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen.
  • Systemische Beratung des Umfelds: Enge Zusammenarbeit mit Eltern und Pädagogen, um alltagstaugliche Lösungen zu entwickeln und therapeutische Impulse harmonisch in den Alltag zu integrieren.
05

Onkologie

Eine begleitende ergotherapeutische Unterstützung während und nach einer Krebstherapie zur Bewältigung körperlicher, kognitiver und emotionaler Folgen der Erkrankung oder Behandlung.

  • Energiemanagement bei Fatigue: Gemeinsames Erarbeiten von alltagstauglichen Strategien bei chronischer Erschöpfung, um die eigenen Kräfte gezielt einzuteilen und die Lebensqualität zu stärken.
  • Kognitives Training: Gezielte Übungen bei krankheits- oder behandlungsbedingten Konzentrations- und Gedächtnisstörungen zur besseren Bewältigung des Alltags.
  • Sensibilitätstraining: Therapeutische Angebote zur Minderung von Beschwerden bei Nervenschädigungen (wie Polyneuropathien) nach einer Chemotherapie.
  • Alltagsanpassung: Unterstützung beim Wiedererlangen der Selbstständigkeit und Beratung zu entlastenden Hilfsmitteln für den Alltag.
06

Palliative Begleitung

Eine würdevolle und ganzheitliche ergotherapeutische Unterstützung, die bereits ab der Diagnosestellung einer schwerwiegenden Erkrankung ansetzen kann, um Betroffene und ihr Umfeld in dieser sensiblen Lebensphase zu begleiten.

  • Vorausschauende Alltagsanpassung: Gemeinsames Erarbeiten von Strategien, um die Lebensqualität frühzeitig zu stabilisieren und den Alltag flexibel an veränderte Bedingungen anzupassen.
  • Förderung des Wohlbefindens: Einsatz von Konzepten wie der Basalen Stimulation sowie eine bedürfnisorientierte Umfeldgestaltung, um die Körperwahrnehmung positiv zu unterstützen und Entlastung zu bieten.
  • Erhalt von Würde & Sicherheit: Begleitung über die verschiedenen Phasen der Erkrankung hinweg mit dem Ziel, größtmögliche Selbstbestimmung und Sicherheit im gewohnten häuslichen Umfeld zu wahren.
  • Systemische Entlastung: Einbezug und Beratung von Angehörigen, um im gemeinsamen Miteinander Räume für Entlastung, Abschied und Halt zu schaffen.
07

Rheumatologie

Eine gezielte ergotherapeutische Begleitung bei chronisch-entzündlichen oder degenerativen Gelenkerkrankungen, die darauf ausgerichtet ist, die Selbstständigkeit bei täglichen Aktivitäten bestmöglich zu sichern.

  • Gelenkschutztraining: Vermittlung von gelenkschonenden Bewegungsabläufen für den Alltag, um Fehlbelastungen entgegenzuwirken und das Risiko für Entzündungsschübe zu minimieren.
  • Individuelle Hilfsmittelberatung: Fachliche Unterstützung bei der Auswahl und dem Einsatz spezieller Alltagshilfen, die zu einer spürbaren Kraftentlastung der Gelenke beitragen.
  • Funktionelles Training & Thermische Anwendungen: Gezielte Übungen zur Unterstützung der Beweglichkeit sowie der Einsatz von Wärme- oder Kälteanwendungen zur Begleitung des Schmerzmanagements.
  • Erhalt der Lebensqualität: Gemeinsames Erarbeiten von Strategien, um die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen und beruflichen Leben trotz chronischer Beschwerden zu fördern.
08

Traumatologie

Eine funktionelle ergotherapeutische Begleitung nach Verletzungen oder Operationen des Stütz- und Bewegungsapparates, die darauf ausgerichtet ist, die Handlungsfähigkeit im Alltag und Beruf bestmöglich zu unterstützen.

  • Funktionelle Mobilisation: Gezieltes Training von Kraft, Koordination und Geschicklichkeit (insbesondere nach Frakturen, Sehnen- oder Nervenverletzungen) zur Förderung der Beweglichkeit.
  • Gewebe- & Schmerzmanagement: Fachliche Maßnahmen zur Narbenbehandlung, sensorisches Training sowie der Einsatz thermischer Anwendungen zur Begleitung der Schmerzlinderung.
  • Alltagstraining (ADL): Alltagsnahes Training praktischer Verrichtungen, um die Selbstständigkeit in Freizeit und Beruf strukturiert wiederzuerlangen.
  • Ergonomische Beratung: Individuelle Unterstützung bei der Auswahl von Hilfsmitteln sowie Beratung zu ergonomischen Anpassungen im häuslichen und beruflichen Umfeld zur Vermeidung von Fehlbelastungen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu den Fachbereichen

Die Ergotherapie unterstützt Menschen jeden Alters, die in ihrer Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind. Unser Ziel ist es, Ihnen die größtmögliche Selbstständigkeit im Alltag, im Beruf und im sozialen Leben (wieder) zu ermöglichen.

Allgemeine Fragen

Brauche ich ein Rezept?
Ja, Ergotherapie ist ein anerkanntes medizinisches Heilmittel. Sie benötigen eine Verordnung von Ihrem Haus- oder Facharzt (z.B. Neurologe, Psychiater, Onkologe).
Finden die Behandlungen auch als Hausbesuch statt?
Wenn Ihr Arzt „Hausbesuch“ auf dem Rezept verordnet hat, kommen wir gerne zu Ihnen nach Hause oder in die entsprechende Einrichtung (Pflegeheim/Hospiz).

1. Neurologie & Intensivmedizin

Was bewirkt Ergotherapie bei neurologischen Erkrankungen?

Das zentrale Ziel ist die Wiedererlangung oder der Erhalt der größtmöglichen Selbstständigkeit im Alltag. Nach einem Schlaganfall oder bei Diagnosen wie Parkinson oder Multipler Sklerose werden gezielt verloren gegangene Fähigkeiten trainiert. Durch das Prinzip der Neuroplastizität – der Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu strukturieren – können Bewegungsabläufe, Koordination und kognitive Funktionen verbessert oder kompensiert werden.

Ist Ergotherapie auch bei chronischen Verläufen sinnvoll?
Ja. Auch wenn eine Erkrankung bereits länger besteht, bietet die Ergotherapie wertvolle Unterstützung. Hier liegt der Fokus verstärkt auf dem Erhalt der Lebensqualität, der Vermeidung von Sekundärschäden (wie Kontakturen) und der Anpassung des Umfelds oder der Hilfsmittel an die aktuelle Situation.
Wie findet Therapie im intensivmedizinischen Bereich statt?
Bei schwerstbetroffenen oder bewusstseinsgeminderten Patienten setzt die Therapie bereits im Akutstadium an. Durch Ansätze wie die Basale Stimulation wird die Wahrnehmung gefördert und die Orientierung zum eigenen Körper sowie zur Umwelt unterstützt. Auch die Anbahnung von Schluckreflexen, die Gelenkmobilisation und eine schmerzlindernde Lagerung sind wesentliche Bestandteile der frühen neurologischen Rehabilitation.
Welche Rolle spielen die Angehörigen in diesem Prozess?
Angehörige sind ein entscheidender Teil des therapeutischen Systems. Die Beratung umfasst neben der Anleitung zu pflegerischen Handgriffen auch die Hilfsmittelversorgung und die Anpassung des Wohnraums. Ziel ist es, den gemeinsamen Alltag zu entlasten und Sicherheit im Umgang mit der veränderten Lebenssituation zu gewinnen.
Welche Methoden kommen konkret zum Einsatz?
Je nach Krankheitsbild werden motorisch-funktionelle Übungen, Sensibilitätstraining oder Hirnleistungstraining durchgeführt. Ein wesentlicher Baustein ist das ADL-Training (Activities of Daily Living), bei dem ganz konkrete Alltagstätigkeiten wie Essen, Waschen oder Ankleiden direkt beübt werden, um die Teilhabe am sozialen Leben zu sichern.

2. Geriatrie

Was ist das Hauptziel der Ergotherapie im Alter?
Im Vordergrund steht der Erhalt Ihrer Selbstständigkeit und Lebensqualität. Ziel ist es, dass Sie so lange wie möglich sicher und aktiv in Ihrer gewohnten häuslichen Umgebung leben können. Wir trainieren dafür gezielt Alltagstätigkeiten, fördern die Beweglichkeit und stärken Ihre geistigen Fähigkeiten, um Einschränkungen bestmöglich auszugleichen.
Kann Ergotherapie auch bei einer Demenzerkrankung helfen?
Ja, absolut. Bei Demenz geht es vor allem darum, vorhandene Fähigkeiten so lange wie möglich zu nutzen und die Orientierung im Alltag zu erleichtern. Durch Biografiearbeit, Gedächtnistraining und eine klare Tagesstrukturierung fördern wir das Wohlbefinden. Ein wesentlicher Teil ist hierbei auch die Beratung der Angehörigen, um den gemeinsamen Alltag zu entlasten.
Bieten Sie Hausbesuche an?
Gerade in der Geriatrie ist das häusliche Umfeld der beste Ort für die Therapie. Wenn Ihr Arzt „Ergotherapie als Hausbesuch“ verordnet hat, komme ich zu Ihnen nach Hause (im Raum Ilsede/Peine und Umgebung). So können wir direkt dort trainieren, wo die Herausforderungen entstehen – sei es in der Küche, im Bad oder beim Treppensteigen.
Wie kann Ergotherapie helfen, Stürze zu vermeiden?
Die Sturzprophylaxe ist ein zentrales Thema. Wir arbeiten an Ihrem Gleichgewicht, Ihrer Kraft und der Trittsicherheit. Gleichzeitig schauen wir uns gemeinsam Ihre Wohnumgebung an: Wir identifizieren Stolperfallen (wie Teppichkanten oder lose Kabel) und besprechen, welche kleinen Anpassungen oder Hilfsmittel Ihren Alltag sicherer machen können.
Werden Hilfsmittel in der Therapie besprochen?
Ja. Oft können kleine Hilfsmittel – wie eine Anziehhilfe, ein Badewannenlift oder spezielle Bestecke – einen großen Unterschied für die Unabhängigkeit machen. Ich berate Sie und Ihre Angehörigen umfassend bei der Auswahl, Erprobung und dem korrekten Gebrauch dieser Unterstützungen.
Wie sieht die Zusammenarbeit mit den Angehörigen aus?
Als systemisch denkende Therapeutin sehe ich Angehörige als wichtige Partner. Die Beratung umfasst Tipps zur Sturzprävention, Unterstützung bei der Wohnraumanpassung und Anleitung zur richtigen Unterstützung im Alltag, ohne die Eigenständigkeit des Patienten zu untergraben. Gemeinsam finden wir Wege, die Pflege- und Begleitsituation für alle Beteiligten würdevoller und stressfreier zu gestalten.

3. Psychiatrie & Psychosomatik

Welchen Stellenwert hat die Ergotherapie bei psychischen Belastungen?
In diesem Fachbereich dient die Ergotherapie dazu, die Handlungsfähigkeit im Alltag sowie die psychische Stabilität zu fördern. Ziel ist es, Betroffene dabei zu unterstützen, ihren Alltag wieder selbstbestimmt zu strukturieren und aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Dabei stehen nicht die Einschränkungen, sondern die persönlichen Ressourcen und die individuellen Zielsetzungen im Mittelpunkt.
Wie unterstützt die Therapie in Phasen von Erschöpfung oder Antriebslosigkeit?
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Aktivierung und der Tagesstrukturierung. Durch gezielte handlungsorientierte Angebote können das Selbstvertrauen gestärkt und die eigene Wirksamkeit wieder erlebt werden. Es werden Strategien entwickelt, um Überlastungssituationen frühzeitig zu erkennen und gesundheitsfördernd darauf zu reagieren, um schrittweise wieder in ein stabiles Gleichgewicht zu finden.
Geht es in der Therapie primär um handwerkliche Tätigkeiten?
Nein. Handwerkliche und gestalterische Medien werden als therapeutische Mittel eingesetzt, um Prozesse wie Konzentration, Ausdauer, Problemlösefähigkeit und Selbstwahrnehmung zu trainieren. Der Fokus liegt dabei nicht auf dem fertigen Produkt, sondern auf den Erkenntnissen, die während des Tuns gewonnen werden. Diese Erfahrungen lassen sich anschließend auf konkrete Herausforderungen im Berufs- oder Privatleben übertragen.
Was ist unter dem psychosomatischen Ansatz zu verstehen?
In der Psychosomatik werden die engen Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele betrachtet. Die Ergotherapie hilft dabei, die eigene Körperwahrnehmung zu schulen und körperliche Signale infolge psychischer Belastungen besser zu deuten. Durch Entspannungstechniken und achtsamkeitsbasierte Übungen wird die psychophysische Belastbarkeit gestärkt
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld bei der Behandlung?
Die psychische Gesundheit ist untrennbar mit dem sozialen Umfeld verbunden. Im Sinne eines systemischen Ansatzes werden die Beziehungen zu Familienmitgliedern, Partnern oder dem beruflichen Umfeld in den Blick genommen. Die Therapie unterstützt dabei, Kommunikationsmuster zu reflektieren und Veränderungen anzustoßen, die das gesamte soziale Gefüge stabilisieren können.
Wie kann die Ergotherapie bei Unsicherheiten und Ängsten im Alltag helfen?
Im Rahmen der Therapie können herausfordernde Situationen in einem geschützten Rahmen analysiert und schrittweise bewältigt werden. Ziel ist die Erweiterung des Handlungsspielraums und der Aufbau von Sicherheit im Umgang mit Situationen, die zuvor als belastend oder einschränkend erlebt wurden.

4. Pädiatrie

Was ist das Ziel der Ergotherapie für mein Kind?
Das übergeordnete Ziel ist es, dem Kind eine größtmögliche Selbstständigkeit und aktive Teilhabe in seinem Alltag – also in der Familie, im Kindergarten und in der Schule – zu ermöglichen. Dabei werden die individuellen Fähigkeiten gestärkt, damit Herausforderungen im spielerischen Handeln, beim Lernen oder im sozialen Miteinander erfolgreich bewältigt werden können.
Wie wird in der Therapie gearbeitet?
Die Ergotherapie in der Pädiatrie ist konsequent ressourcenorientiert. Das bedeutet, dass an den vorhandenen Stärken des Kindes angesetzt wird. Da das Spiel die Haupttätigkeit eines Kindes ist, findet die Förderung meist spielerisch statt. Durch gezielte Aktivitäten werden motorische Abläufe, die Konzentration oder die Wahrnehmungsverarbeitung trainiert, ohne das Kind zu überfordern.
Welche Bereiche werden konkret gefördert?
Die Schwerpunkte liegen in der Förderung der Grob- und Feinmotorik sowie der Geschicklichkeit beim Malen und Schreiben. Ebenso wichtig ist die Unterstützung der sensorischen Integration (Wahrnehmungsverarbeitung), um Reize aus der Umwelt besser einordnen zu können. Auch die Ausdauer, die Handlungsplanung und die sozial-emotionale Stabilität sind zentrale Bausteine der therapeutischen Begleitung.
Welche Rolle spielen die Eltern und Bezugspersonen?
Im Sinne eines systemischen Ansatzes sind die Eltern die wichtigsten Partner im Therapieprozess. Die Beratung des Umfelds ist ein fester Bestandteil der Begleitung. Es werden gemeinsam Wege gesucht, wie Förderimpulse ganz natürlich in den Familienalltag integriert werden können. Ein enger Austausch hilft dabei, Fortschritte nachhaltig zu sichern und das Kind in seinem gewohnten Umfeld optimal zu unterstützen.
Werden auch Kindergarten oder Schule einbezogen?
Ja, eine ganzheitliche Betrachtung schließt das soziale Umfeld mit ein. Nach Rücksprache und mit Einverständnis der Eltern erfolgt eine Zusammenarbeit mit Erziehern, Lehrern oder anderen Fachkräften. Dies ermöglicht es, Strategien zur Unterstützung des Kindes direkt dort anzuwenden, wo die täglichen Anforderungen entstehen.
Ab wann ist Ergotherapie für ein Kind sinnvoll?
Ergotherapie ist immer dann sinnvoll, wenn ein Kind in seiner Entwicklung oder Handlungsfähigkeit so eingeschränkt ist, dass die Teilhabe am Alltag erschwert wird. Dies kann sich durch Unsicherheiten in der Bewegung, Probleme bei der Konzentration oder Schwierigkeiten im Umgang mit Gleichaltrigen zeigen. Eine frühzeitige Unterstützung kann helfen, die Entwicklungsschritte des Kindes positiv zu begleiten und sein Selbstvertrauen zu stärken.

5. Onkologie

Welchen Beitrag leistet die Ergotherapie bei einer onkologischen Erkrankung?
Die Ergotherapie unterstützt Betroffene dabei, ihre Handlungsfähigkeit in allen Phasen der Erkrankung – von der Diagnosestellung über die Behandlungszeit bis hin zur Nachsorge oder Palliativphase – bestmöglich zu erhalten. Im Mittelpunkt stehen die Sicherung der Lebensqualität, die Bewältigung des veränderten Alltags und die Förderung der Selbstständigkeit.
Wie kann die Therapie bei starker Erschöpfung und verminderter Belastbarkeit helfen?
Bei belastenden Erschöpfungszuständen (Fatigue) unterstützt die Ergotherapie durch gezieltes Energiemanagement. Es werden Strategien entwickelt, um die vorhandenen Kräfte im Alltag sinnvoll einzuteilen (Pacing), Prioritäten zu setzen und eine ausgewogene Balance zwischen Aktivität und notwendigen Ruhephasen zu finden. Ziel ist es, die Teilhabe am Leben trotz verminderter Belastbarkeit zu ermöglichen.
Was geschieht bei Missempfindungen oder Taubheitsgefühlen in Händen und Füßen?
Sollten infolge der medizinischen Behandlungen Sensibilitätsstörungen auftreten, setzt die Ergotherapie auf spezielles Sensibilitätstraining und motorisch-funktionelle Übungen. Durch verschiedene Reizangebote und Koordinationstraining wird die Körperwahrnehmung verbessert, um die Geschicklichkeit im Alltag zu erhalten und die Sicherheit, beispielsweise beim Gehen oder Greifen, zu stärken.
Gibt es Unterstützung bei Konzentrations- oder Gedächtnisproblemen?
Ja. Treten Einschränkungen der geistigen Leistungsfähigkeit auf, bietet die Ergotherapie kognitives Training an. Gemeinsam werden Strategien erarbeitet, um Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit und die Organisation des täglichen Lebens zu unterstützen. Hierbei kommen sowohl computergestützte Verfahren als auch alltagsnahe Kompensationsstrategien zum Einsatz.
Welche Rolle spielt das soziale Umfeld in der onkologischen Begleitung?
Eine schwere Erkrankung betrifft nie nur eine Person allein, sondern immer das gesamte soziale Gefüge. Im Sinne eines systemischen Ansatzes werden Angehörige aktiv in den Prozess einbezogen. Die Beratung umfasst die Anpassung des Wohnumfeldes, den Umgang mit veränderten Rollen innerhalb der Familie sowie die gemeinsame Erarbeitung von Entlastungsmöglichkeiten für alle Beteiligten.
Können Hilfsmittel den Alltag erleichtern?
Die Hilfsmittelberatung ist ein wesentlicher Bestandteil der Therapie. Es wird geprüft, welche Unterstützungsmittel (z. B. ergonomische Griffe, Alltagshilfen oder Lagerungssysteme) die Selbstständigkeit fördern und Schmerzen lindern können. Die Erprobung und Einweisung erfolgt direkt im gewohnten Umfeld, um eine sofortige Erleichterung im Alltag zu erzielen.

6. Palliative Begleitung

Was ist das Hauptziel der Ergotherapie in der palliativen Phase?
Im Zentrum der palliativen Ergotherapie steht der Erhalt der bestmöglichen Lebensqualität und Selbstbestimmung. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, Schmerzen und belastende Symptome zu lindern sowie Wohlbefinden und Sicherheit in der täglichen Lebensgestaltung zu fördern. Es geht darum, auch in einer fortgeschrittenen Krankheitsphase Momente der Ruhe, der Würde und der Teilhabe zu ermöglichen.
Ab welchem Zeitpunkt ist eine palliative Begleitung sinnvoll?
Eine ergotherapeutische Unterstützung ist bereits ab der Diagnosestellung einer schwerwiegenden, lebenslimitierenden Erkrankung sinnvoll. Frühzeitig eingesetzt, hilft die Therapie dabei, den Alltag vorausschauend anzupassen, Ressourcen zu schonen und Strategien für den weiteren Weg zu entwickeln. Palliative Begleitung wird hierbei als ganzheitlicher Prozess verstanden, der weit vor der unmittelbaren Sterbephase ansetzt.
Welche Ansätze werden zur Förderung des Wohlbefindens genutzt?
Ein zentraler Baustein ist die Basale Stimulation. Durch gezielte körpernahe Angebote wird die Wahrnehmung des eigenen Körpers gestärkt, was besonders bei eingeschränkter Kommunikationsfähigkeit oder Immobilität beruhigend und schmerzlindernd wirken kann. Zudem werden Entspannungstechniken und achtsamkeitsbasierte Methoden eingesetzt, um die psychophysische Belastung zu reduzieren.
Findet die Therapie im gewohnten Umfeld statt?
Ja, die palliative Begleitung findet vorzugsweise im häuslichen Umfeld statt. Dies ermöglicht es, die Therapie direkt an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen. Die vertraute Umgebung vermittelt Sicherheit und bildet den Rahmen für eine würdevolle Gestaltung des Alltags.
Wie wird das Umfeld in den Prozess einbezogen?
Entsprechend einem systemischen Verständnis werden Angehörige und enge Bezugspersonen intensiv begleitet. Die Beratung umfasst unter anderem die Anleitung zu einer bedürfnisorientierten Umfeldgestaltung, den Umgang mit Hilfsmitteln sowie Strategien zur Entlastung im Alltag. Ziel ist es, den Angehörigen Sicherheit in der Begleitung zu geben und Raum für gemeinsame, wertvolle Zeit zu schaffen.
Welche Rolle spielt die Hilfsmittelversorgung?
Die Anpassung des Umfelds ist ein wesentlicher Faktor für Komfort und Schmerzfreiheit. Es erfolgt eine fachliche Beratung zu unterstützenden Hilfsmitteln – von speziellen Lagerungssystemen bis hin zu Alltagshilfen, die die Selbstständigkeit bei der Körperpflege oder Nahrungsaufnahme so lange wie möglich erhalten. Die Erprobung findet direkt vor Ort statt, um eine unmittelbare Entlastung zu gewährleisten.
Welche Rolle spielt die Atemtherapie in der ergotherapeutischen Palliativbehandlung?
Die Atemtherapie stellt einen wesentlichen Baustein dar, um Betroffenen in fortgeschrittenen Krankheitsphasen Erleichterung und Sicherheit zu vermitteln. Im Fokus steht dabei zunächst das Erlernen von Entlastungspositionen durch die Anleitung zu atemerleichternden Körperhaltungen und Lagerungen, welche die Atemtätigkeit im Alltag oder im Bett spürbar unterstützen. Zudem werden die Atemwahrnehmung und Entspannung gefördert, indem eine bewusste, ruhige Atmung durch sanfte Berührungen – beispielsweise im Rahmen der Basalen Stimulation – begünstigt wird, um innere Unruhe und Angstgefühle zu mindern. Ein alltagsbezogenes Energiemanagement ermöglicht darüber hinaus das gemeinsame Erproben von Wegen, wie alltägliche Verrichtungen atemschonend und mit möglichst geringem Kraftaufwand gestaltet werden können. Abgerundet wird die therapeutische Begleitung durch die Beratung des Umfelds, bei der Angehörige in einfachen, beruhigenden Ausstreichungen oder Lagerungstechniken angeleitet werden, um dem Betroffenen aktiv Wohlbefinden und Sicherheit zu schenken.
Wie werden Aromaanwendungen in der ergotherapeutischen Palliativbehandlung eingesetzt?
Der gezielte Einsatz von Düften und ätherischen Ölen dient in der Palliativversorgung vor allem der Steigerung des Wohlbefindens, der Entspannung und der Schaffung einer beruhigenden Atmosphäre. Zur Förderung von Entspannung und Ruhe werden ausgewählte, naturbelassene Düfte genutzt, um innere Unruhe, Ängste oder Schlafstörungen sanft zu begleiten. Im Rahmen der Basalen Stimulation und zur Unterstützung der Körperwahrnehmung werden aromatische Öle zudem bei hautpflegenden Einreibungen oder sanften Ausstreichungen eingebunden, was spürbar zur Linderung von Spannungszuständen beiträgt. Für die Schaffung einer behaglichen Raumatmosphäre sorgen dezent eingesetzte, klärende Naturdüfte, welche die Raumluft harmonisch pflegen, ein Gefühl von Frische vermitteln und das Verweilen im Zimmer für den Betroffenen und seine Zugehörigen so angenehm und einladend wie möglich gestalten. Abgerundet wird dieses Angebot durch die Einbeziehung der Familie: Angehörigen wird einfaches, praktisches Wissen über die sichere Anwendung von Düften vermittelt, sodass sie dem Betroffenen auch selbstständig wohltuende und vertraute Impulse schenken können.

7. Rheumatologie

Wie kann die Ergotherapie zur Schmerzlinderung beitragen?
Die Unterstützung bei der Schmerzreduktion erfolgt über einen ganzheitlichen Ansatz, der verschiedene alltagsnahe Maßnahmen kombiniert, um betroffene Gelenke und Strukturen gezielt zu entlasten. Durch das Vermitteln von Gelenkschutzprinzipien erlernen Betroffene gelenkschonende Bewegungsabläufe, die Fehlbelastungen im Alltag minimieren und mechanische Schmerzreize reduzieren. Ergänzend dazu helfen gezielte, sanfte funktionelle Übungen dabei, die Beweglichkeit zu unterstützen, Steifigkeiten entgegenzuwirken und die stabilisierende Muskulatur zu stärken. Ein alltagsbezogenes Schmerzmanagement, das auf Entspannungstechniken und Strategien zur Belastungsdosierung setzt, unterstützt zudem dabei, die eigenen Belastungsgrenzen im Alltag besser einzuschätzen und Überlastungen vorausschauend zu vermeiden. Abgerundet wird die Begleitung durch eine ergonomische Beratung und die Erprobung individueller Hilfsmittel, die für eine spürbare Kraftentlastung, insbesondere der kleinen Handgelenke, sorgen.
Welchen Nutzen bietet die Ergotherapie bei rheumatischen Beschwerden?
Das primäre Ziel ist der Erhalt der Gelenkfunktionen und die Sicherung der Selbstständigkeit im Alltag. Da entzündliche oder degenerative Prozesse oft mit Schmerzen und Kraftverlust einhergehen, unterstützt die Ergotherapie dabei, die Handlungsfähigkeit durch gezielte Übungen und Anpassungen so lange wie möglich zu bewahren und die Lebensqualität zu steigern.
Was ist unter einem Gelenkschutztraining zu verstehen?
Das Gelenkschutztraining ist ein zentraler Baustein der Therapie. Hierbei werden gelenkschonende Bewegungsabläufe für alltägliche Verrichtungen – wie das Tragen von Gegenständen, das Öffnen von Gefäßen oder die Gartenarbeit – erarbeitet. Ziel ist es, Fehlbelastungen zu vermeiden, die Gelenke zu entlasten und dadurch weiteren Entzündungsschüben oder Fehlstellungen vorzubeugen.
Wie kann die Ergotherapie zur Schmerzlinderung beitragen?
Die Schmerzreduktion erfolgt durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen. Dazu gehören thermische Anwendungen wie Kaltluft oder wärmende Paraffinbäder, die besonders bei Steifigkeit und Schmerzen in den kleinen Handgelenken entlastend wirken. Zudem helfen gezielte funktionelle Übungen und Entspannungstechniken dabei, das Schmerzmanagement im Alltag zu verbessern und die Belastungsgrenzen besser einzuschätzen.
Welche Rolle spielen Hilfsmittel in der rheumatherapeutischen Begleitung?
Individuell angepasste Alltagshilfen können den Kraftaufwand erheblich reduzieren und die Gelenke schonen. Die Beratung umfasst die Erprobung von Hilfsmitteln wie ergonomischen Schreibgeräten, Griffverdickungen für Besteck oder speziellen Küchenutensilien. Die Auswahl erfolgt bedürfnisorientiert, um eine sofortige Erleichterung bei den wichtigsten täglichen Aufgaben zu erzielen.
Wie wird das persönliche Umfeld einbezogen?
Entsprechend dem systemischen Ansatz wird die Lebenswelt der Betroffenen ganzheitlich betrachtet. Die Beratung schließt die ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes oder der häuslichen Umgebung mit ein. Zudem können Angehörige über Gelenkschutzprinzipien informiert werden, um gemeinsam Lösungen zu finden, die den Alltag entlasten und die Eigenständigkeit fördern.
Sind Schienenversorgungen Teil der Therapie?
Ja, im Rahmen der Therapie erfolgt eine Beratung zu funktionellen Schienen oder Lagerungsschienen. Diese dienen dazu, schmerzende Gelenke in Phasen starker Entzündungen zu stabilisieren, Fehlstellungen entgegenzuwirken und die Hände in einer funktionell günstigen Position zur Ruhe kommen zu lassen.

8. Traumatologie

Was ist das Hauptziel der Ergotherapie nach einer Verletzung?
Das zentrale Ziel ist die Wiederherstellung der Handlungsfähigkeit im täglichen Leben sowie im Beruf. Nach Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates liegt der Fokus darauf, die Beweglichkeit, Kraft und Koordination so weit wie möglich wieder aufzubauen, um eine selbstständige Lebensführung und die Rückkehr in die gewohnte Belastung zu ermöglichen.
Wann sollte mit der ergotherapeutischen Behandlung begonnen werden?
Der Beginn der Therapie richtet sich nach dem medizinischen Heilungsverlauf und der ärztlichen Verordnung. In der Regel ist ein frühzeitiger Beginn nach der Akutversorgung sinnvoll, um die Gelenkbeweglichkeit zu erhalten, Folgeschäden durch Fehlbelastungen zu vermeiden und den Heilungsprozess des Gewebes durch gezielte Reize zu unterstützen.
Welche funktionellen Bereiche werden in der Therapie trainiert?
Im Mittelpunkt stehen die Mobilisation betroffener Körperabschnitte sowie das Training von Kraftausdauer und Feinmotorik. Ein besonderer Schwerpunkt liegt oft auf der Geschicklichkeit und der Koordination der Hände. Zudem werden Maßnahmen zur Narbenbehandlung und zur Ödemreduktion eingesetzt, um die Gewebeelastizität zu verbessern und Schmerzen zu lindern.
Wie hilft die Ergotherapie bei der Rückkehr in den Alltag (ADL-Training)?
Im Rahmen des sogenannten ADL-Trainings (Activities of Daily Living) werden ganz konkrete Alltagshandlungen beübt. Dies kann das Ankleiden, die Körperpflege oder die Bewältigung von Haushaltsaufgaben umfassen. Ziel ist es, Strategien zu entwickeln, wie Tätigkeiten trotz vorübergehender Einschränkungen sicher ausgeführt werden können, bis die volle Funktion wiederhergestellt ist.
Welche Rolle spielt die Beratung zum Umfeld und zu Hilfsmitteln?
Die Ergotherapie betrachtet die Anforderungen im persönlichen und beruflichen Umfeld ganzheitlich. Die Beratung umfasst die ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes sowie die Erprobung von Hilfsmitteln, die den Heilungsprozess unterstützen oder Belastungsspitzen im Alltag abfangen. Ein systemischer Blick hilft dabei, die Anforderungen des Umfelds mit den aktuellen körperlichen Möglichkeiten in Einklang zu bringen.
Was kann bei veränderter Sensibilität oder Schmerzen getan werden?
Sollten infolge von Gewebe- oder Nervenverletzungen Missempfindungen, Taubheitsgefühle oder Überempfindlichkeiten auftreten, bietet die Ergotherapie spezielles Desensibilisierungstraining und sensorische Reizangebote an. Gemeinsam mit thermischen Anwendungen (Wärme oder Kälte) trägt dies zur Schmerzregulation und zur Verbesserung der Wahrnehmung bei.

Behandlungsorte & Erreichbarkeit

Die therapeutischen Leistungen werden in den Praxisräumen in Ilsede erbracht.

Bei Vorliegen einer ärztlichen Hausbesuchsverordnung findet die Behandlung direkt im persönlichen Lebensumfeld in Peine, Ilsede und Umgebung statt. Dies ermöglicht es, therapeutische Fortschritte und Hilfsmittel direkt dort zu integrieren, wo sie im Alltag benötigt werden.